Meryemberlin's Blog

Islamunterricht für Anfänger in Berlin

Umm Salama, die sechste Mutter der Gläubigen 27. Juli 2010

Einsortiert unter: Frauen des Propheten,Islam Unterricht — meryemberlin @ 3:10 nachmittags

Selamun aleykum,

es würde mich interessieren, wer meinen Blog überhaupt liest, denn niemand schreibt einen Kommentar. Einfach bei Facebook markieren, ja? Das wäre lieb :-) Denn wenn’s nämlich niemand liest würde ich mir die Arbeit in Zukunft sparen, da dies doch sehr zeitaufwendig ist…

Also los. Über Umm Salama sagte Aisha einmal das Folgende:

Als der Prophet, Allahs Segen und Frieden seien über ihm, Umm Salama heiratete, war ich sehr traurig, da uns von ihrer Schönheit berichtet worden war. Ich habe es erdulden müssen, bis ich sie sah. Ich fand sie noch schöner, als sie uns beschrieben worden war.”

Um Salama kam aus einem angesehen Stamm der Quraish väterlicherseits und dem Stamm Kinana müttelicherseits. Bevor sie die sechste Frau des Propheten (saw) wurde, war sie mit Abdullah, einem Gefährten, Milchbruder und Cousin Muhammeds (saw) verheiratet gewesen und hatte viel erlebt. Sie und ihm Mann gehörten zu den ersten Muslimen, die nach Abessinien auswanderten. Während dieser Zeit der Emigration wurde ihr Sohn Salama geboren, nach dessen Namen sie Umm Salama genannt wurde, um ihre ehrenvolle Stellung als Mutter zum Ausdruck zu bringen.

In Mekka waren Umm Salama und ihr Mann der Verfolgung der Mekkaner schwer ausgesetzt. Sie beschlossen, nach Medina auszuwandern, doch es kam zu einem dramatischen Zwischenfall. Einige Mitglieder des Stammes von Umm Salama begegnete den beiden am Tage der Abreise. Sie sprachen zu ihrem Mann, dass sie sie nicht würde gehen lassen und er allein abreisen müsse. Darüber ärgerten sich einige Mitglieder des Stammes ihres Mannes und nahmen nun ihrerseits ihren Sohn Salama zu sich. Dies wiederum führte dazu, dass beide Seiten an den Armen des Jungen rissen, bis diesem der Arm ausgekugelt wurde. Schließlich sprach die Gruppe der Vaterseite, man würde ihren Sohn nicht bei seiner Mutter lassen. Am Ende nahm die Gruppe der Vaterseite den Jungen mit zu sich, die Gruppe aus dem Stamm Umm Salamas nahm sie selbst, während ihr Mann, Abdullah, allein nach Medina auswanderte. Dieser Zustand war für Umm Salama unerträglich und sie weinte Tag um Tag, bis  nach einem Jahr einer ihrer Onkel sie in ihrem Elend vorfand und den  Rest des Stammes dazu brachte, sie gehen zu lassen. Auch der Stamm ihres Mannes entschloss sich daraufhin, den jungen Salama gehen zu lassen, und so war die Familie bald wieder in Medina vereint. Umm Salama war die erste Frau, die damals in Medina ankam. Sie schenkte ihrem Mann in den kommenden Jahren noch einen weiteren Sohn und zwei Töchter, während dieser sich um den Islam verdient machte und an der Seite des Propheten einige Schlachten kämpfte….

To be continued ;-)

Meryem

 

Saynab, die fünfte Mutter der Gläubigen 25. Juli 2010

Einsortiert unter: Frauen des Propheten,Islam Unterricht — meryemberlin @ 4:36 nachmittags

Selamun aleykum,

der heutige Bericht wird eher kurz ausfallen, denn über die Ehe Muhameds (saw) mit Saynab bint Husayma gibt es nicht viel zu erzählen. Das mag daran liegen, dass diese Ehe nur einige Monate währte – einige Schriftsteller sagen es wären drei, andere es seien acht Monate gewesen – da sie relativ bald nach der Eheschließung starb. Möglich, dass es aus diesem Grund wenig Erzählungen über sie gibt. Bekannt über sie ist jedoch, dass sie 29 oder 30 Jahre alt war, als der Prophet (saw) sie zur Frau nahm. Ihr Mann war vermutlich in der Schlacht von Uhud den Märtyrertod gestorben (über den Namen des Mannes und der Schlacht in der er den Tod fand gibt er unterschiedliche Aussagen) und aufgrund ihrer gelassenen und freundlichen Art und der fehlenden Eifersucht ihrerseits, kam es auch nicht zu nennenswerten Streitereien innerhalb des Kreises der Frauen im Hause des Propheten (saw), namentlich Sawda, Aisha, Hafsa und ihr selbst. Es ist nicht genau überliefert auf welche Weise die Ehe zustande kam. Nach einem Bericht von Ibn Hischaam hatte ihr Onkel sie dem Propheten (saw) in die Ehe gegeben, wobei ihr Muhammed (saw) 400 Dirham als Morgengabe übergab.

Saynab wird eher am Rande von den Schriftstellern erwähnt, jedoch immer mit dem Titel “Mutter der Armen”, da sie ihre ganze Kraft und Aufmerksamkeit der Versorgung der Armen widmete. Sie war stolz, die Frau des Propheten (saw) zu sein, war bescheiden und zufrieden mit dem, was der Prophet (saw) ihr zukommen ließ. Saynab starb im Alter von 30 Jahren.

Morgen geht es inshaAllah weiter mit Umm Salama der sechsten Mutter der Gläubigen. Anmerkungen, Kritik oder Ergänzungen sind sehr willkommen :-)

Wassalam,

Meryem

 

Hafsa’s Ehe mit dem Propheten Muhamed (saw) 24. Juli 2010

Einsortiert unter: Frauen des Propheten,Islam Unterricht — meryemberlin @ 6:49 nachmittags

Selamun aleykum,

heute geht es weiter mit Hafsa, der vierten Mutter der Gläubigen. Nach ihrer Hochzeit mit dem Propheten (saw) zog sie zu ihm ins Haus, somit also auch zu Sawda und Aisha. Während Sawda sie freundlich aufnahm hatte Aisha es schwer zu verstehen, warum Muhammed (saw) eine weitere Frau hatte heiraten wollen, wo er doch vorher mit Khadija eine monogame Ehe geführt hatte. Auch war ihr der hohe Rang von Hafsa im Hause des Propheten (saw) bewusst, der zum einen dadurch begründet war, dass ihr Vater einer der engsten Vertrauten Muhammeds (saw) war und zu anderen durch den Tod ihres Mannes als Märtyrer und schließlich, weil der Prophet (saw) sie selbst sich zur Frau gewählt hatte. Ihre Eifersucht wurde noch gefördert durch den Umstand, dass Muhammed (saw) nun viel Zeit auch mit Hafsa verbrachte, was sie durch seine Ehe mit Sawda nicht gewohnt war. Dennoch war der Rang Aishas stets über ihr und den anderen Frauen des Propheten, und Hafsa wurde ebenfalls bewusst, dass er Aisha mehr Liebe entgegenbrachte als ihr selbst. War auch die Beziehung der beiden zu Beginn stark durch gegenseitige Eifersucht gestört, so nahm diese Eifersucht ab, als dem Haushalt nach und nach noch mehr Ehefrauen hinzugefügt wurden. In den folgenden Auseinandersetzungen verbündeten die beiden sich gar gegen die anderen Ehefrauen.

Hafsa besaß eine starke Persönlichkeit und war sehr selbstbewusst und stolz. Ihr Vater hatte Mühe ihr klarzumachen, dass sie nicht den gleichen Rang beim Propheten besaß wie Aisha und es verärgerte ihn sowohl, dass sie sich in seinen Augen zu sehr mit ihr verbündetet als auch, dass sie des öfteren dem Propheten wiedersprach und ihn von ihrer eigenen Meinung zu überzeugen versuchte. Auch in religiösen Dingen versuchte sie dies.

Trotz ihrer Eigenwilligkeit war der Prophet (saw) bemüht, sie wie seine anderen Ehefrauen zart und barmherzig zu behandeln. Neben Aisha erfuhr sie von ihm die größte Rücksichtsnahme, was vermutlich in seiner engen Verbundenheit mit deren Vätern begründet lag. Hafsas tragende Rolle bei der “Frauendemonstration” ist bereits in der Beschreibung von Aisha erwähnt, wie auch die derer vorangegangenen Begebenheit als sie Muhammed (saw) mit Maria der Koptin in ihrem Haus vorfand. Sie reagierte damals sehr aufgebracht und war gekränkt und damit es keinen größeren Aufruhr gäbe hatte Muhammed (saw) sie um Verschwiegenheit gebeten. Durch das Fehlen derselben von ihrer Seite aus hatte es den Aufstand der Frauen gegen den Propheten (saw) gegeben und die Mehrzahl der Historiker sind sich darüber einig, dass dieser Umstand zur vorübergehenden Scheidung Muhammeds (saw) von Hafsa führte. Diese Scheidung lag zeitlich vor der Trennung des Propheten (saw) von seinen Frauen und wurde beendet, da Muhammed (saw) seinem Freund Umar nicht weiter Schmerzen hinzufügen wollte und schließlich der Engel Dschibril ihm gebot: ” Wahrlich, Allah befiehlt dir, Hafsa zu dir zurückzunehmen, aus Barmherzigkeit, um ‘Umars Willen.” Nach einem anderen Bericht gebot Dschibril: “Nimm Hafsa zu dir zurück, denn sie ist eine Fastende und Betende und wird deine Frau im Paradiese sein.”

Als Hafsa klar wurde, dass ihr Bruch des Schweigeverbots der grundlegende Anlass war, dass es zum Bruch zwischen dem Propheten (saw) und seinen Frauen kam, war sie tief beschämt und grämte sich sehr. Auch ihr Vater litt sehr darunter und machte ihr erneut Vorwürfe. Nachdem dieser Konflikt beendet war und Muhammed (saw) sich mit den Frauen ausgesöhnt hatte, verbrachte sie die restlichen Ehejahre mit ihm bedeutend friedfertiger und war ihm in Wort und Tat treu ergeben.

Nach dem Tod der Propheten (saw) wählte der erste Kalif, Abu Bakr, Hafsa aus, das einzige authentische Exemplar des Mushaf (verschriftlichter Qur’an) aufzubewahren, was ihre Wertschätzung und ihren hohen Rang innerhalb der muslimischen Gemeinschaft deutlich macht. Die letzten Jahre ihres Lebens verbrachte Hafsa im Dienste Allah’s, fastend und betend. Sie starb am Ende der Regierungszeit Usmans oder in den ersten Jahren der Herrschaft Mu’awiyas. Nach at-Tabary ist sie im Jahre 41 n.H. verstorben. Wie die anderen Mütter der Gläubigen wurde sie auf dem Friedhof al-Baqi’ begraben. In die Geschichte des Islam geht Hafsa als die Bewahrerin des authentischen Exemplars des Heiligen Qur’an ein.

Und morgen geht es inshaAllah weiter mit Saynab bint Husayma, der Mutter der Armen und fünften Mutter der Gläubigen.

Wassalam :-)

Quelle: Farouk El-Zayat: Die Frauen des Propheten – Mütter der Gläubigen

 

Hafsa, die vierte Mutter der Gläubigen 23. Juli 2010

Einsortiert unter: Frauen des Propheten,Islam Unterricht — meryemberlin @ 2:32 nachmittags

Selamun aleykum :-)

heute geht es endlich weiter mit der Serie über die Fauen des Propheten Muhamed (saw), und ich hoffe, dass ich jetzt, wo ich Ferien habe, jeden Tag oder zumindest jeden zweiten etwas dazu schreiben kann.

Hafsa, die Tochter von Umar ibn al-Khattab war zwölf Jahre alt als sie Muhammed’s (saw) Frau wurde, und sie war bereits Witwe. Ihr Mann war nach der Schlacht bei Uhud an den Verletzungen gestorben, die er dabei erlitten hatte. Nach seinem Tod fühlte sie sich einsam und abgeschieden und war traurig, ihre Jugend so verbringen zu müssen. Nach sechs Monaten der Trauer beschloss ihr Vater, ihr einen guten zweiten Ehemann zu suchen und begab sich zu Abu Bakr, da dieser dem Propheten (saw) nahestand und ein guter Freund war. Abu Bakr jedoch schwieg zu dem Angebot Umars, was diesen sehr verletzte. Dennoch gab er seine Pläne nicht auf und entschied sich schließlich Uthman ibn ‘Affan die Hand seiner Tochter anzubieten. Uthman war mit Ruqaiyya, einer der Töchter des Propheten (saw) verheiratet gewesen, doch diese war vor Kurzem verstorben. Somit war auch Uthman eng mit Muhammed (saw) verbunden und Umar hätte durch die Heirat mit Hafsa auch seine Verbindung zu ihm gestärkt. Uthman jedoch bat um Bedenkzeit für eine Entscheidung und sagte schließlich ab mit der Begründung, dass er zu diesem Zeitpunkt noch nicht heiraten wolle. Gekränkt durch die Ablehnung der beiden Männer ging Umar zum Propheten selbst, der ihm seinen Kummer ansah und nach dem Grund dafür fragte. Nachdem er von dem Umständen erfahren hatte sagte er zu ihm:” Hafsa wird denjenigen heiraten der besser als Uthman ist und Uthman wird diejenige heiraten die besser als Hafsa ist”(nämlich Umm Kulthum, eine weitere Tochter des Propheten, saw). Da erkannte Umar, dass der Prophet (saw) selbst Hafsa zur Frau nehmen wollte und ging sogleich los, die Verlobung der beiden zu verkünden. Unterwegs traf er Abu Bakr, der sich bei ihm für die Zurückhaltung entschuldigte. Er hatte vom Vorhaben Muhammeds (saw) gewusst und versicherte ihm, dass er Hafsa gern zur Frau genommen hätte, wären die Umstände anders gewesen. Beide Männer gingen daraufhin zu ihren Töchtern: Abu Bakr zu Aisha, um sie mental auf die Ankündigung der kommenden Hochzeit vorzubereiten und Umar zu Hafsa, um sie zum besten aller Ehemänner zu beglückwünschen.

Und bald geht die Geschichte weiter, über die Ehe von Hafsa mit Muhammed (saw) :-) )

Wasalam

 

Die rituelle Benetzung (al-mas-h) der Khuff (Ledersocken) 8. Juli 2010

Einsortiert unter: Fiqhul Ibadat,Islam Unterricht — meryemberlin @ 10:45 vormittags

A–mash bezeichnet die Benetzung der Oberfläche der Schuhe/ Khuff zur Herstellung der rituellen Reinigung Tahaarah).

Durchführung:

Es wird mit der stark angefeuchteten Hand (am besten mit den Kuppen dreier oder vierer Finger) nur einmal von der Fußspitze bis Höhe des Knöchelansatzes über die Schuhe gestrichen , auch wenn hierbei der größte Teil trocken bleibt – erst den rechten Khuff mit der rechten Hand, dann links mit links. Jedes Mal, wenn die rituelle Gebetswaschung erneuert wird, muss auch die rituelle Benetzung vorgenommen werden.

Voraussetzungen:

Die Khuff müssen vorher im Zustand der rituellen Reinheit angezogen worden und zwischendurch nicht ausgezogen worden sein.

Was ist ein Khuff? Welche Bedingungen muss er erfüllen?

Nach allen Rechtsschulen (außer Malikiya) gilt:

- Khuff muss den ganzen Fuß samt Knöchel bedecken

- Kann aus Leder, Wolle, Baumwolle, Haar gefertigt sein (Malikiya: nur Leder)

Ein nur aus Wolle/Baumwolle gefertigter Khuff muss: wasserdicht sein, von sich aus am Fuß halten (ohne Bänder), muss undurchsichtig sein

- Er sollte möglichst keine Löcher oder Risse haben

- Er soll festen Halt am Fuß haben

- Er muss rechtmäßig erworben worden sein

- Der Khuff muss rein (tahir) sein

- Die Mindeststrecke, die man mit einem Khuff zurücklegen können muss beträgt 4,5 km (Hanafiya) bzw. 3 Tage und Nächte für Reisende (Schafi’iya) bzw. für Ortsansässige eine Tag und Nacht (Schafi’iya). Nach Malikiya und Hanbaliya gilt keine besondere Strecke oder Zeitdauer.

Gründe für al-mas-h:

Große Kälte (Erkältungsgefahr), Reise, wenig Wasser (hier kann auch die rituelle Reinigung mit Erde, Tayamumm, erfolgen), man ist unterwegs oder auf Arbeit/in der Uni und kann die rituelle Reinigung aus anderen Gründen nicht komplett vornehmen.

Gültigkeit:

Für einen Reisenden maximal 3 Tage und Nächte, für enen Ortsansässigen einen Tag und eine Nacht. Der Zeitraum beginnt nicht nach dem Anlegen des Khuff sondern nach dem ersten Verrichten des Mash.

Wird ungültig durch:

- Ablauf der Frist

- völliges bzw. teilweises Ausziehen der Khuff

- Eintreten der großen rituellen Verunreinigung (Zustand der Janaba)

Neben der Erleichterung durch das Bestreichen der Khuff gibt es auch noch das Bestreichen einer Schiene bei Verletzung (z.B. Knochenbruch, Salbenverband…). Vom Bestreichen des Hijab habe ich nichts in meinen Büchern finden können! Wenn man bedenkt, dass nach schafiitischer Rechtsschule das Anfeuchten von mindestens drei Kopfhaaren genügt, ist es für Frauen auch gar nicht nötig, in Notsituationen den Hijab abzunehmen, da man mit feuchten Finern genügend Haare UNTER dem Hijab benetzen kann. Wenn jemand andere Informationen hat, lasse ich mich gern eines Besseren belehren.

Meine Informationen stamen aus: Ahmad A. Reidegeld: Handbuch Islam; und Islamoligisches Institut Wien (Hrsg.)/Amir Zaidan: Fiqhul ‘Ibaadaat.

 

 
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