Meryemberlin's Blog

Islamunterricht für Anfänger in Berlin

Die siebte Mutter der Gläubigen, Saynab bint Dschahsch 24. April 2011

Einsortiert unter: Frauen des Propheten,Islam Unterricht — meryemberlin @ 7:04 nachmittags

Selamun aleykum, nun geht es weiter mit den hefrauen unseres Propheten Muhammed (saw)

Saynab bint Dschahsch war eine Cousine des Propheten (saw). Sie war eine Schönheit und von edler Abstammung und sehr stolz darauf. Ihre Ehe mit dem Propheten (saw) ist in mehrfacher Hinsicht von großer Bedeutung, sowohl was das Urteil über den Charakter Muhammads (saw) ist als auch in ihren Folgen für die Gesetzgebung für die islamische Gemeinschaft, wie wir sehen werden.

Saynab war in erster Ehe mit Sayd, dem Adobtivsohn Muhammads verheiratet gewesen. Sayd war als Sklave zu Muhammed gekommen, von ihm (oder seiner Frau Khadija) befreit und als Sohn angenommen worden, bevor Muhammeds Ruf zum Propheten ergangen war.

Als Muhammad seinen Adoptivsohn mit seiner Cousine Saynab verheiraten wollte, war sie und auch ihr Bruder damit nicht einverstanden, da sie ihren Rang als höher betrachtete. Sie willigte erst in die Heirat ein, als folgende Sure von Allah herabgesandt wurde:

“Und es ziemt sich nicht für einen gläubigen Mann und eine gläubige Frau, wenn Allah und sein Gesandter eine Sache entschieden haben, dass sie in ihrer Angelegenheit eine Wahl haben sollten. Und wer Allah und seinem Gesandten nicht gehorcht, der geht wahrlich irre in offenkundigem Irrtum.” (Sure al-Ahsab 33/36)

Mit der Durchsetzung dieser Heirat zwischen Sayd und Saynab erreichte der Prophet (saw) die Aufhebung der Rassenunterschiede, hier zunächst zwischen den arabischen Stämmen.

Die Ehe der beiden verlief dennoch nicht glücklich, denn Saynab schaffte es nicht, ihr traditionelles Stammes- und Standesdenken zu überwinden und kränkte ihn dadurch sehr. Sayd sprach mit Muhammed über Scheidung, doch dieser riet ihm, geduldig zu sein und es weiter mit ihr zu versuchen.

Eines Tages wollte der Prophet seinen Adoptivsohn besuchen, fand jedoch nur Saynab allein zu Hause vor. Die Überlieferungen gehen in der Schilderung des Ereignisses auseinander, jedoch ist wahrscheinlich, dass der Prophet (saw) Saynab durch einen Zufall unbedeckt sah und Gefallen an ihr fand. Obwohl sie ihn hereinbat um auf Sayd zu warten, lehnte er ab und ging mit den Worten “Gepriesen sei Allah, der Erhabene, der die Herzen wandelt.” (Bint asch-Schati)

Als Sayd erfuhr, das der Prophet (saw) ihn hatte besuchen wollen ging er zu ihm. Er erklärte erneut, dass er und Saynab nicht miteinander auskamen und sprach trotz guten Zuredens seitens Muhammads (saw) noch am selben Tag die Scheidung aus.

Muhammad spielte zwar mit dem Gedanken, Saynab zu heiraten – er hatte eine tiefe Zuneigung zu ihr und fühlte sich verpflichtet, sie zu betreuen, da er die Heirat mit Sayd arrangiert hatte – doch da Adoptivsöhne damals wie leibliche Söhne gestellt waren, verbot es ihm der Islam, die geschiedene Frau Sayds zu heiraten.

Um das Verwandschaftsverhältnis zwischen Adoptivkindern und -Eltern für die islamische Geeinschaft klarzustellen, wurde von Allah ein neuer Vers herabgesandt, nach dem auch seiner Heirat mit seiner Cousine Saynab nichs mehr im Wege stand:

“Und (gedenke der Zeit) da du sprachst, dem Allah Gnade erwiesen hatte und dem (auch) du Gnade erwiesen hattest: Behalte deine Frau für dich und fürchte Allah. Und verbargtest du in deiner Seele, was Allah ans Licht bringen wollte, und fürchtetest du die Menschen, während Allah mehr verdient, dass du ihn fürchtest. Dann aber, als Sayd tat, was er mit ihr zu tun wünschte, verbanden Wir sie ehelich mit dir, damit für die Gläubigen keine Beunruhigung bestünde in Bezug auf die Frauen ihrer angenommenen (Adoptiv-) Söhne, wenn sie den Wunsch ausgeführt haben. Allahs Ratschluss muss vollzogen werden.”(33/37)

“Es trifft den Propheten kein Vorwurf für das, was Allah ihm auferlegt hat. Das war Allahs Vorgehen gegen jene, die vordem hingingen – und Allahs Befehl ist ein unabänderlicher Beschluss.” (33/38)

Und damit schließe ich für heute :-) Wassalsam

 

Umm Salama und wie es zur Heirat mit dem Propheten kam 22. April 2011

Einsortiert unter: Frauen des Propheten,Islam Unterricht — meryemberlin @ 7:48 nachmittags

Selamun aleykum liebe Geschwister,

nun ist doch so viel Zeit vergangen bis es mit diesem Blog weitergeht. Bitte teilt mir mit, wie er euch gefällt, das motiviert ungemein :-)

Der Ehemann von Umm Salama, Abu Salama, genaß unter dem Muslimen und beim Propheten (saw) hohes Ansehen. Er kämpfte in der Schlacht von Badr in der von Uhud und anderen Schlachten und war im Jahre 2 n.H. von ihm als Stellvertreter in Medina zurückgelassen worden, als Mohammed in die Schlacht von Al-’Aschira zog. Als Abu Salama an der Folgen einer Verletzug aus einer der Schlachten starb rief der Prophet (saw) Allah nicht wie üblich drei sondern neun Mal an, was zeigt, wie sehr er ihn geschätzt hatte. Abu Salama ließ seine Frau mit vier Kindern zurück.

Als die Trauerzeit vorüber war, boten erst Abu Bakr und danach Umar ibn al-Khatthab Umm Salama die Ehe an, damit sie nicht allein mit den Kindern blieb, doch sie lehnte ihre Angebote höflich ab. Als nun der Prophet (saw) eine Ehe vermitteln lassen wollte, erwiederte sie, obwohl ihr das Agebot eigentlich gefiel, sie sei in reiferem Alter und hätte viele Kinder und wisse nicht, wie sie sich mit Aisha und Hafsa arrangieren könnte, da sie von eher eifersüchtiger Natur sei.

Der Prophet ließ ihr folgende Antwort überbringen:

Auch wenn du in fortgeschrittenem Alter bist, so bin ich doch älter als du. Die Eifersucht wird aber Allah von dir nehmen. Deine Kinder jedoch sollen Allah und seinem Gesandten gehören.“(Bint asch-Schati’)

Die Hochzeit wurde bereitet und Umm Salama trat in das Haus des Propheten (saw) ein, wo sie zunächst freundlich von Aisha und Hafsa und den anderen Ehefrauen empfangen wurde, die sie voller Ungeduld erwartet hatten.

Umm Salama war sehr stolz, von hohem Rang und auch sehr mutig, denn sie vertrat immer offen ihre Meinung. Dies tat sie ein Mal auch Umar ibn al-Khattab gegenüber, als dieser sich missbilligend über einige der Ehefrauen des Propheten (saw) äußerte. Sie führte ihr Leben im Hause des Propheten (saw) mit großer Achtsamkeit ihm und den anderen Ehefrauen gegenüber. Ihre Stellung erhöhte sich ein weiteres Mal, als der Prophet (saw) sie und ihre Tochter Saynab als Familienangehörige (Ahl al-Bait) anerkannte, was sogar im Quran bestätigt wurde (9/112). Saynab wuchs unter der Betreuung Muhammeds auf und wurde dadurch zu einer der besten Gelehrtinnen ihrer Zeit.

Vor der Heirat mit Umm Salama hatte der Prophet (saw) die Offenbarungen durch Dschibril vornehmlich im Hause Aishas empfangen. Nun aber kamen sie öfters auch in ihrem Haus, was ihre Stellung erneut erhöhte (und auch die Eifersucht Aishas). Sie war auch bei der ersten Pilgerfahrt der Muslime nach Mekka anwesend, als der Friedensvertrag von Hudaibiya geschlossen wurde. Als die Situation zwischen den verärgerten Muslimen (der Zutritt in die Stadt wurde ihnen damals verwehrt) und Muhammed immer angespannter wurde und diese sich bereits drei Mal geweigert hatten seinen Befehlen zu gehorchen, wandte er sich mit seinen Sorgen an Umm Salama. Seine kluge Frau riet ihm, kein Wort zu den Muslimen zu sprechen und stattdessen vor den Toren von Mekka ein Schaf zu schlachten und sich die Haare scheren zu lassen. Als die Muslime dies sahen, folgten sie tatsächlich seinem Beispiel und der Konflikt war gelöst. Später erkannten die Muslime das Gute, das sich hinter dieser scheinbar negativen Situation verbarg.

Das Beispiel Umm Salamas zeigt deutlich, dass Frauen in der muslimischen Gesellschaft damals einen hohen und gleichwertigen Rang bekleideten – neben den Männern – und sich sowohl politisch als auch als Gelehrte betätigten.

Nachdem der Prophet (saw) gestorben war, führte Umm Salama ein bescheidenes und frommes Leben. Als Aisha sich aufmachte um gegen Ali in der sog. Kamelschlacht anzutreten, kritisierte Umm Salama sie scharf, da sie durch ihr Eingreifen gegen das Gebot Muhammeds handelte.

Es wird berichtet, sie sei im Jahre 61 n.H gestorben, nachdem sie die Nachricht über den Tod von al-Hussain, dem Sohn Alis, empfangen hatte. Andere Quellen sagen, sie lebte noch ein weiteres Jahr und starb, als Yasid ibn Mu’awiya sein Heer für die Vernichtung der Angehörigen Alis in Medina gebildet hatte. Umm Salama starb jedenfalls als letzte der Ehefrauen des Propheten. Abu Huraira betete über ihr, wie er zuvor über Aisha gebetet hatte und sie wurde wie die anderen Mütter der Gläubigen in al-Baqi’ begraben.

 

 
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