Selamun aleykum liebe Geschwister,
da ich zur Zeit viel unterwegs bin und der Unterricht bis Mitte Mai ausfällt, möchte ich euch wenigstens hin und wieder etwas erzählen
Gerade sind mein Mann und ich aus NY zurück gekehrt.
Erstens: Einreise
Reise niemals mit einem Muslim der einen verbrecherischen Namensvetter hat! Mein Mann kam nicht durch die Passkontrolle und musste mit seinen Unterlagen erst einmal in die Warteschleife – zusammen mit etlichen anderen Muslimen verschiedener Nationen. Nach etwa einer Stunde kam er an die Reihe und wurde vom Grenzbeamten weggeführt – und ich blieb zurück, ohne eine Ahnung wie es weiter geht, wo er ist oder wie lange ich warten muss. Eine weitere Stunde später durften wir einreisen – und hatten gar keine Lust mehr auf “The City that never sleeps”.
Zweitens: Essen
Nach einer kurzen Nacht – dort sind es z.Zt. sechs Stunden früher als hier – und einem frühen, süßen Frühstück im Hotel (Wurst gab es zum Glück nicht, dafür Kaffe und Tee mit und ohne Coffein bis zum Abwinken…), machten wir uns auf, das noch etwas verschlafene Manhattan zu erobern. Bald stellte sich der erste Hunger ein, aber wo kann man als Muslim helal essen? Unser zweites Frühstück bestand aus Sushi! Lecker und nicht teuer in NY. Etwas Warmes findet sich hier und da an der Straßenecke, denn es gibt überall verteilt kleine “Fressbuden” auf denen Halal Food steht und wo es meist Shish Kebabs oder eine Art Gyos aus Lamm oder Huhn gibt. Doch vorsicht! Es lohnt sich nachzufragen, ob das Fleisch tatsächlich halal ist. Antwortet der Betreiber mit “elhamdulillah” ist es gut, aber ein mal wusste dieser Mensch nicht einmal selbst was er da verkauft…
Man findet auch türkische, pakistanische, indische oder chinesische Restaurants und sogar Pizzerien die helal sind – nicht immer so billig. Am Besten informiert man sich vorher bei www.islamicfinder.org (siehe link), damit man nicht wie wir etwas ziellos und hungrig durch die Stadt irrt.
Drittens: Beten
Es gibt Bezirke (z.B. Queens, 40.Straße mit der Subway oder in Spanish Harlem), in denen relativ viele Muslime leben. Dort kann man – z.B. an einem Halal-food-Stand fragen, wo die nächste Mesjid ist und wird freundlich weitergeleitet. In Manhattan gibt es auch einige Moscheen, aber die sind weiter verstreut und nicht so leicht zu finden. Nahe von Ground Zero gibt es eine (Warren Street) und weiter oben in der 51th street Höhe Lexington Avenue. Sehenswert ist die Moschee in Spanish Harlem (96th street) und die Malcolm-X Moschee in Harlem. Weitere Moscheen findet man in ganz USA über den bereits oben erwähnten Link.
So, das war’s erst einmal. Die nächsten drei Wochen bin ich an der Ostsee, wo ich wohl brav und allein in meinem Zimmer beten und mich von Fisch und Gemüse ernähren werde
Wassalam und bis bald inshaAllah
Meryem
P.S. Anregungen und Ergänzungen sind willkommen und erwünscht! Ich würde gern Reisetipps für Muslime sammeln und veröffentlichen und bitte um zahlreiche Meldungen – entweder hier als Kommentar oder als Mail.